Krakau (Kraków) war von 1038 bis 1596 die Hauptstadt Polens. Durch die weitgehende Verschonung vor Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist die mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadtstruktur fast vollständig erhalten geblieben.
Der Wawel
Der Wawel-Hügel war das politische Zentrum des Königreichs. Er beherbergt zwei für die polnische Geschichte zentrale Bauwerke:
- Königsschloss: Eine Anlage mit Kernstrukturen aus der Romanik und Gotik, die im 16. Jahrhundert zu einer bedeutenden Renaissance-Residenz ausgebaut wurde.
- Wawel-Kathedrale: Die traditionelle Krönungsstätte und Grablege der polnischen Könige.
Altstadt und Kazimierz
Die historische Substanz Krakaus zeichnet sich durch eine hohe Dichte an original erhaltenen Baustilen aus:
- Rynek Główny: Der Hauptmarkt entstand im 13. Jahrhundert nach der Zerstörung durch die Mongolen. Zentrales Element sind die Tuchhallen (Sukiennice), die im Kern gotisch sind und später im Stil der Renaissance umgestaltet wurden.
- Kazimierz: Das südlich gelegene Viertel war über Jahrhunderte eine eigenständige Stadt. Es ist heute geprägt durch die Architektur der jüdischen Gemeinde (Synagogen des 15. bis 19. Jahrhunderts) sowie durch Wohn- und Industriebauten der Jahrhundertwende.
Historische Rahmendaten
1978: Aufnahme der Altstadt und des Wawels in die erste UNESCO-Welterbeliste.
1038–1596: Residenzstadt des Königreichs Polen (später durch Warschau abgelöst).
1364: Gründung der Jagiellonen-Universität, einer der ältesten Universitäten Europas.
1795–1918: Teilung Polens; Krakau gehörte zum österreichischen Teilungsgebiet (Galizien).
